Wie liegt, was einmal weh und trübe war,
So tief versenkt!
Nun hast du mir ein ganzes Lebensjahr
Voll Glück geschenkt:

Vom ersten Kusse, den dein Mund gegenen,
Halb unbewusst,
bis zu dem letzten seligen Erleben
An meiner Brust.

Des Lebens Schale hast du vollgeschenkt
Mit Seligkeit
und mit der Freude wundersam vermengt
Ein bisschen Leid.

Doch auch aus leiddurchwachten Nächten quillt
Dir Dank zurück –
Wär nicht die Angst, die Sehnsucht ungestillt,
Was wär das Glück?

Ernst Goll

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